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Hoher Besuch am Kochtopf: Bundesminister Rainer und Minister Backhaus zu Gast in der Gemeinschaftsküche Sternberger Seenland
Es ist nicht alltäglich, dass gleich zwei Landwirtschaftsminister gemeinsam die Schürze umbinden: Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus waren am 16. Juli 2026 zu Gast bei der Gemeinschaftsküche Sternberger Seenland – einem Projekt der GC PON Stiftung, gefördert im Rahmen des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung und Regionale Wertschöpfung (BULE+). Gemeinsam mit Partnern aus Landwirtschaft, Bildung und Ernährung wurde gekocht, gegessen und vor allem eines gezeigt: wie regionale Wertschöpfung in der Gemeinschaftsverpflegung ganz praktisch aussehen kann.
Regionale Zutaten, gemeinsam gekocht
Auf dem Kochlöffel standen an diesem Tag frisches Gemüse von der Gärtnerei Hof Medewege und regionale Belugalinsen aus der Genusslandschaft Rügen. Mit dabei: Sebastian Schmidt mit den Belugalinsen aus MV, Theresa Jansen von der Gärtnerei Hof Medewege, Antje Maibach vom Landschaftspflegeverband Sternberger Seenlandschaft (LSE e.V.), unsere Kollegin Jutta Krawinkel sowie David Klewes von der Dorfschule Wismar – neben den beiden Ministern ein schönes Bild dafür, wie viele Hände es braucht, damit aus regionalen Rohstoffen ein Teller auf dem Mittagstisch wird.
Ein Farbausleser für die Belugalinse
Was auf dem Foto nicht zu sehen ist, aber mindestens genauso wichtig: Auch der Food Hub Nord rund um Sebastian Schmidt gehört zum geförderten Vorhaben. Über das Programm konnte ein Farbausleser angeschafft werden, mit dem sich die regionalen Belugalinsen effizient reinigen und sortieren lassen. Das klingt technisch, ist aber ein handfester Fortschritt für unser Netzwerk Spezialkulturen: Gerade die feine Reinigung von Belugalinsen auf einen Reinigungsgrad, den der Handel akzeptiert, war bislang eine der größten Hürden, bevor die Ernte unserer Landwirte aus MV überhaupt in größerem Stil vermarktet werden kann. Mit dem neuen Farbausleser rückt das ein gutes Stück näher.
Gemeinsam stark
Ein Besuch wie dieser entsteht nicht von allein. Unser Dank gilt dem Landschaftspflegeverband für die lokale Vernetzung vor Ort sowie Jakob Manzei für die gelungene Fotodokumentation des Tages. Und nicht zuletzt: dem Bundesministerium, das in einem Kommentar zum Beitrag noch einmal betont hat, wie sehr Projekte wie dieses kurze Lieferketten und lebendige regionale Kreisläufe stärken.
Für uns ist der Besuch vor allem eins: sichtbare Bestätigung dafür, dass die Arbeit an regionalen Wertschöpfungsketten – vom Anbau bis auf den Teller in der Gemeinschaftsküche – auf allen Ebenen ankommt. Wir freuen uns auf die nächsten Schritte mit dem Netzwerk Spezialkulturen und werden berichten, sobald die ersten fein gereinigten Belugalinsen aus MV den Weg in die Küchen gefunden haben.





Raus aus der Routine, rein in die Region: Unser Workshop bei der Biogärtnerei Watzkendorf
Wie viel regionales Gemüse steckt eigentlich in dem Mittagsessen, das täglich in Kitas, Schulen und Pflegeeinrichtungen auf den Tisch kommt? Meistens: erstaunlich wenig. Genau da hat unser Workshop „Bio kann jeder – nachhaltig essen in Kita und Schule“ am 11. Juni 2026 angesetzt – mit einer Exkursion in die Biogärtnerei Watzkendorf und einer Kochaktion in der Küche des Marienhauses Feldberg.
Eingeladen hatten wir gemeinsam mit unseren Partnern von der Diakonie MV, dem Forschungsnetzwerk RegioVers und der Landesforschungsanstalt MV – und die Resonanz hat sich gelohnt: Erzieher:innen, Studierende, Köchinnen und Köche sowie Caterer aus ganz MV kamen zusammen, um Gemüse und Hülsenfrüchte aus der Region einmal ganz praktisch kennenzulernen.
Einblicke in eine der größten Biogärtnereien in MV
Los ging es auf dem Vorplatz der Biogärtnerei Watzkendorf, einer der größten ihrer Art in Mecklenburg-Vorpommern. Max Liebrich und Sabine Kabath führten die Gruppe durch die Gewächshäuser, ließen verschiedene Gurkensorten verkosten und erzählten die beeindruckende Geschichte des Betriebs: entstanden 1996 aus den Restbeständen einer LPG, heute wachsen hier auf 26 Hektar Freiland und 2 Hektar unter Glas über 40 Gemüsesorten.
Weiter ging es nach Feldberg, wo unsere Fachreferentinnen Anna Müller (Landesforschungsanstalt/LeGuNet) und Cecilia Antoni (Naturland/LeGuNet) den Blick auf ein oft unterschätztes Thema lenkten: Hülsenfrüchte. Zwischen Lupinen, Belugalinsen, Wintererbsen und Ackerbohnen zum Verkosten erklärten sie, was diese Kulturen ernährungsphysiologisch so wertvoll macht. Küchenleiter Udo Tristram übernahm anschließend und zeig
te gemeinsam mit den Teilnehmenden, wie daraus ein ganzes Menü wird: Salat, Erbsenburger, Linsenbolognese und eine Bohnenmousse mit Birnen-Apfelspiegel.
Wie können wir mehr Bioprodukte von lokalen Produzenten integrieren?
Besonders lebendig wurde es bei den praktischen Übungen: In der Saisonkalender-Rallye ordneten zwei Teams 20 heimische Gemüsesorten den richtigen Monaten zu. Im Krisenszenario mussten vier Gruppen unter Zeitdruck einen komplett regionalen Winterspeiseplan entwerfen, nachdem der Großhandel aus Almería wegen einer fiktiven Dürre ausgefallen war. Und beim Herkunfts-Check prüften die Teilnehmenden anhand einer MV-Karte und ihrer eigenen Speisepläne, woher ihre Küche aktuell wirklich beliefert wird.
Die anwesenden Träger beziehen bislang so gut wie kein Gemüse aus regionalen Gärtnereien. In der Diskussion wurde auch der Preisunterschied zum Großhandel angesproche
n. Dennoch war der Grundtenor am Ende klar: Eine überwiegend regionale Versorgung ist auch ohne Mehrkosten machbar – der Workshop hat es an diesem Tag ganz praktisch bewiesen.
Und jetzt?
Die Rückmeldungen aus Evaluation und Abschlussrunde waren durchweg positiv – und das Beste: Wir haben genau die Einrichtungen erreicht, die bisher kaum Berührungspunkte mit Bio-Produkten in ihren Großküchen hatten. Das wollen wir nicht ungenutzt lassen. Als nächsten Schritt bieten wir interessierten Einrichtungen Inhouse-Bestandsaufnahmen vor Ort an, um gemeinsam Einkaufsstrukturen und Speisepläne unter die Lupe zu nehmen und Wege für einen höheren – und kostenneutralen – bioregionalen Anteil zu finden.
Alle Teilnehmenden sind zudem mit drei Rezeptflyern sowie Links zu Biogärtnereien, Biovollsortimentern und dem Biospeiseplaner nach Hause gefahren.
Ihr betreibt eine Kita-, Schul- oder Pflegeküche und wollt wissen, wie viel bioregionaler Anteil bei euch machbar wäre? Meldet euch gerne bei uns – wir schauen gemeinsam mit euch drauf.




Endlich geschafft: Das BioBitte-Dialogforum war ein voller Erfolg!
Was für ein Tag! Lange haben wir im Team darauf hingearbeitet, geplant und abgestimmt. Nach intensiven Wochen der Vorbereitung war es am Montag, den 23. März, endlich so weit: Unser Dialogforum „Gute, nachhaltige und bezahlbare Gemeinschaftsverpflegung in MV“ im Schweriner Perzinasaal hat alle Erwartungen übertroffen.
In enger und wirklich großartiger Zusammenarbeit mit dem Forschungsprojekt RegioVers haben wir ein vollgepacktes Programm auf die Beine gestellt: Mit inspirierenden Impulsbeiträgen von Stephanie Wunder (Think Tank Agora Agrar) sowie dem Küchenleitungsteam der Fröbel-Gruppe und fünf parallel stattfindenden Workshops. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Über 80 Teilnehmer:innen aus Politik, Landwirtschaft, Wissenschaft und der Catering-Branche sind unserer Einladung gefolgt und haben voller Engagement in den Workshops mitgewirkt.
Gemeinsam mit Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus wurde die Vision gefestigt, die Verpflegung in Kitas und Schulen bis 2035 konsequent auf mehr ökologische Produkte aus der Region umzustellen. Bei täglich rund 200.000 Mahlzeiten in Mecklenburg-Vorpommern ist das ein gewaltiger Hebel für unsere Landwirt:innen vor Ort.
Besonders gefreut hat uns die neue Dynamik auf politischer Ebene: Minister Backhaus stellte die Initiierung einer interministeriellen Arbeitsgruppe in Aussicht. Das ist genau die ressortübergreifende Zusammenarbeit, für die wir so lange gekämpft haben, um eine solide Basis für eine landesweite Ernährungsstrategie zu schaffen.
Dass „Bio“ nicht teurer sein muss, zeigten die Praxisbeispiele eindrucksvoll: Erfahrene Caterer und Kitas bewiesen, wie man mit System und echtem Handwerk den Bio-Anteil kostenneutral von 10 % auf über 60 % schraubt.
Unser Fazit: Der Stein wurde ins Rollen gebracht! Die Praxis ist bereit und die Politik sendet endlich die richtigen Signale. Ein riesiges Dankeschön an alle, die dabei waren und diesen Tag so besonders gemacht haben. Gemeinsam packen wir es an!
![Gruendung BIO in MV[1]](https://www.bioinmv.de/wp-content/uploads/2026/02/Gruendung-BIO-in-MV1.jpg)
![Bildschirmfoto 2025 12 05 um 14.29.35[1]](https://www.bioinmv.de/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2025-12-05-um-14.29.351.png)
![Uebergabe FM[1]](https://www.bioinmv.de/wp-content/uploads/2026/02/Uebergabe-FM1.jpg)
![Lebendiger Landbau scaled[1]](https://www.bioinmv.de/wp-content/uploads/2026/02/Lebendiger-Landbau-scaled1-1024x692.jpg)
![Hannes scaled[1]](https://www.bioinmv.de/wp-content/uploads/2026/02/Hannes-scaled1-1024x871.jpg)
Da wächst was Neues!
Seit zwei Jahren hat nun auch Mecklenburg-Vorpommern einen Biodachverband. Gemeinsam mit Bio- und Naturschutzverbänden sowie weiteren Akteuren haben wir ihn gegründet. Und seit dem 16. Juli 2025 können wir endlich durchstarten – mit finanzieller Förderung für das Projekt BioRegionale Wertschöpfung MV, die unsere Arbeit für die kommenden vier Jahre möglich macht.
Einige von den Mitwirkenden sind bereits seit Jahren maßgeblich daran beteiligt, die Biobetriebe aus Mecklenburg-Vorpommern sichtbarer zu machen. So gibt es die inzwischen etablierte BUND BIO-Landpartie und die BioBrotBox-Kampagne. Auch mit dem Landesnetzwerk SoLaWis und dem Landesverband der Regionalbewegung gibt es eine enge Zusammenarbeit.
Jetzt beginnt die nächste Etappe. BIO in MV lebt natürlich von Eurer Zusammenarbeit mit uns. Ihr produziert und verarbeitet Lebensmittel nach ökologischen Richtlinien oder wollt in die Umstellung gehen? Ihr seid im Bereich Ernährungsbildung oder Beratung aktiv? Wir vernetzen und unterstützen Euch und freuen uns auf Eure Projektideen, die wir mit Euch gemeinsam weiterentwickeln. Nehmt gerne per Mail an mail@bioinmv.de Kontakt mit uns auf!
Hier auf dieser Plattform erzählen wir davon, was wir noch vor haben und was wir bereits geschafft haben. Im Blog in Kurzform, im Newsletter ausführlich. Freut Euch auf Keimzellenstories, Kompost- und Humuswunder, Moor-Innovationen. Erkundet Market Gardening mit uns (der neue heiße Scheiß für alle, die Digital Detox wollen, aber mit Umsatz!).
Trefft uns und Euch auf Workshops und Events, bei denen Erfahrungen ausgetauscht, neue Kontakte geknüpft und Ideen weiterentwickelt werden können.
Auf den Bildern links seht Ihr uns bei der Gründung am 31. Mai 2023 und bei der Übergabe des offiziellen Fördermittelbescheids zur Sommerreise des Agrarministers Dr. Till Backhaus. Die Sonne gibt alles, als wir am 30. September mit Jakob Wondra (Forschungsprojekt RegioVers) die Flächen der SoLaWi Lebendiger Landbau mit Johannes Walzer (Lebendiger Landbau), dem Koch Philipp Kossack (Knirps&Knolle) und Petra Saggau vom Sturmhof besichtigen. Ganz rechts ist Hannes Helbing (LWB Helbing) zu sehen. Hier unterstützen wir gerade den Aufbau einer Kooperation, damit das Gemüse und die Kartoffeln bald bei den Kitakindern, die von Knirps & Knolle ihr Mittagessen bekommen, auf den Tellern landet.